Schmerzmittel Hund

Schmerzmittel für Hunde

Schmerzmittel für Hunde

Welche Medikamente werden oft verschrieben, wenn dein Hund Probleme im Bewegungsapparat hat?

Hier ein paar sehr gängige Schmerzmittel für Hunde:

  • Rimadyl
  • Metacam
  • Trocoxil
  • Phenylbutazon

Diese Mittel gehören zu den sogenannten NSAIDs. Das sind nicht steroidale anti-entzündliche Medikamente (der Begriff “NSAIDs” kürzt die entsprechenden englischen Begriffe ab). Was bedeutet das? Es sind Mittel, die nicht hormonell wirken wie Cortison. Und anti-entzündlich, was  u.A. für den Bewegungsapparat wichtig ist.

Tja, kaum etwas, was eine Wirkung hat, hat keine Gegenwirkung. Das Problem vieler Schmerzmittel ist, dass sie Enzyme hemmen. Und zwar die Cyclooxygenase. Halt! Hier jetzt nicht aussteigen! Noch ein anspruchsvoller Begriff und dann war es das auch! 🙂  Also: Die Cyclooxygenase lässt sich auch mit Cox abkürzen. Und davon gibt es sogar zwei: Cox1 und Cox2.

Du fragst dich jetzt, was das Ganze soll? Nun, Cox sorg für die Herstellung von Prostaglandinen, sogenannte “Schmerz- und Entzündungsüberbringer”. Mit anderen Worten: Enzündungsmediatioren. Und jetzt kommt’s: Viele Schmerzmittel hemmen Cox. Und damit Entzündungs- und Schmerzprozesse im Körper. So weit so gut.

Doch jetzt kommt das “aber”: Es werden Cox1 und Cox2 gehemmt. Letztendlich ist es Cox2, was für die Herstellung von Prostaglandinen verantwortlich ist. Cox1 sorgt für eine gute Durchblutung der Magenschleimhaut, Und der Nieren. Wird Cox1 nun auch gehemmt, sind wir bei den möglichen Nebenwirkungen angelangt:

  • Magenreizungen
  • Übergeben
  • Durchfall
  • Magenblutungen
  • Magengeschwüre
  • Nierenprobleme

Es gibt zwar auch Schmerzmittel für Hunde, die in erster Linie Cox2 hemmen, doch auch hier kann es zu Nebenwirkungen kommen. Wieder im Magen-/Darmbereich. Und mit den Nieren. U.A.

Und zwar handelt es sich um folgende Medikamente:

  • Previcox
  • Onsior

Also auch hier gilt: Möglichst nur über einen begrenzten Zeitraum geben!

Und geht es noch eine Nummer stärker? Ja, geht es!

Opioide – Starke Schmerzmittel

Zu nennen sind hier in erster Linie folgende Mittel:

  • Tramadol/Tramal
  • Morphin
  • Methadon
  • Fenyl
  • Buthorphanol

Am häufigsten wird Tramadol verschrieben. Dieses Medikament kann folgende Nebenwirkungen haben:

  • Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schlappheit, Antriebslosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, trockenes Maul, Verstopfung, Speicheln
  • Epileptiker können eher Krampfanfälle erleiden
  • Suchtpotential, wenn auch gering

Grundsätzlich haben Opioide Auswirkungen auf die Darmtätigkeit, den Kreislauf, die Atmung und den Temperaturhaushalt.

Kommen Opioide länger als 4 Wochen zum Einsatz, kann eine Gewöhnung eintreten. Werden sie schnell abgesetzt, kann es zu Entzugserscheinungen, wie Unruhe, Verstopfung, aber auch Durchfall kommen. In jedem Fall sollten diese Medikamente ausgeschlichen werden.

Und was gibt es noch für Schmerzmittel für Hunde?

Dann gibt es natürlich Cortison. Ein gängiges Mittel ist Prednisolon. Es ist stärker entzündungshemmend, als die sogenannten NSAIDs.

Cortisongaben bedeuten einen massiven Eingriff in das Hormonsystem deines Hundes. Denn er stellt das Gegenstück zu Cortison, das körpereigene Cortisol, ja selbst her.

Aus diesem Grund dürfen hohe oder langfristige Gaben an Cortison auch nie unmittelbar abgesetzt werden. Sie müssen sozusagen ausgeschlichen werden. Denn sonst sagt sich der Körper deines Hundes, es ist ja für das Cortisol gesorgt. Er selbst braucht sich nicht kümmern… Was hochgradig gefährlich und u.U. lebensbedrohlich ist.

Wenn nun dein Hund Cortison erhält, oder er durch zu viel Stress z.B. auch selbst viel Cortisol bildet, dann können sich nach einiger Zeit folgende Aus- und Nebenwirkungen einstellen:

  • Magen-/Darmprobleme
  • Hautprobleme
  • Muskelschwund
  • Schlechtere Gelenkknorpel
  • Schwächeres Immunsystem
  • Verschiedene Krankheiten, wie Allergien oder Diabetes (mellitus)

Eine umfangreichere Liste zu NSAIDs und Cortison findest du übrigens hier.

Aus den genannten Gründen sollten Schmerzmittel in den meisten Fällen eher kurzfristig gegeben werden. Aber natürlich möchtest du nicht, dass dein Hund Schmerzen hat, das ist ja klar.

In jedem Fall ist es eine Gradwanderung. Denn es ist ja auch nicht gut, wenn dein Hund ein gravierendes Problem hat und er fühlt es nicht oder er fühlt das Problem deutlich schwächer. Und vielleicht spielt und tobt er wieder und du freust dich darüber. Doch dadurch kann sich alles noch verschlimmern.

Hier kommt es natürlich auf deinen Hund und auf seine Gesundheit an. Wie stark lahmt dein Hund? Wie stark sind seine Schmerzen? Besprich das am besten mit einem guten Tierarzt, der auf Orthopädie spezialisiert ist. Und der Alternativen gegenüber aufgeschlossen ist. Denn davon gibt es eine ganze Menge!

Welche Alternativen gibt es zu einem Schmerzmittel für Hunde?

Homöopathische Mittel

Im Wesentlichen gibt es hier zwei bewährte Mittel:

  • Traumeel
  • Zeel

Traumeel ist eher etwas für akute Fälle. Wenn dein Hund sich z.B. irgendwo gestoßen oder vertreten hat. Also, bei Fällen, wo wir bei uns sagen würden: Wir müssen deswegen jetzt nicht zwingend zum Orthopäden. Mit Traumeel kannst du deinen Hund in so einem Fall noch etwas unterstützen.

Zeel ist dann etwas für die längerfristigen Probleme. Wie z.B. eine Arthrose. Idealerweise unterstützt du deinen Hund zusätzlich mit gezielter Bewegung und Muskelaufbau. Aber dazu gleich mehr.

Pflanzenheilkunde

Bewährt haben sich hier Kurkuma, Teufelskralle und Weihrauch.

Und aus aus diesen Bestandteilen gibt es unterschiedliche Präparate. Viele Tierärzte empfehlen z.B. Carniviton. Hier wurde nun die Zusammensetzung etwas geändert und heißt jetzt Flexadin. Es enthält Weihrauch, Kollagen und Omega-3-Fettsäuren und hat größtenteils ausgesprochen positive Bewertungen bei Amazon.

Flexadin wird zwar als “schmackhaftes Leckerlie” angepriesen, doch ich habe da meine Zweifel. Die Bewertungen klingen anders. Gerade bei mäkeligen Fressern! Dann kann es allem Anschein nach eine Herausforderung werden, dieses Mittel in den Hund hineinzubekommen…

Ich weiß z.B., dass Weihrauch schon recht speziell riecht. Meinem letzten Hund habe ich Teufelskralle und Weihrauch separat verabreicht und besonders vom Weihrauch war mein Henry nicht wirklich begeistert.

Nichtsdestotrotz werde ich das Mittel mal bestellen. Empfohlen wird eine Einnahme über 90 Tage. Pro Tag 1 Stück – unabhängig von der Größe deines Hundes. Bei längerer Gabe sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Die Packungen gibt es in 2 Größen: 30 und 60 Stück.

Nahrungsergänzungen

Grünlippmuschel

Wahrscheinlich hast du schon von ihr gehört! Denn sie ist ein Klassiker bei Problemen im Bewegungsapparat : Die Grünlippmuschel. Warum? Weil diese Muschel – im weiteren Sinn eine Austernart übrigens – GAGs herstellt. Den ausgeschriebenen Namen willst du nicht wissen… Zu diesen GAGs zählt ein ganz besonderer Wirkstoff, nämlich das Chondroitin-6-Sulfat. Und das ist der wichtigste Baustein des Gelenkknorpels beim Hund.

Daher denk bitte bei allem, was mit Arthrose beim Hund oder auch HD beim Hund zu tun hat, an die Grünlippmuschel.

Empfehlenswert ist hier z.B. der Hersteller Lunderland:

Auricularia

Huch! Was ist das?? Auricularia gehört zu den sogenannten Vitalpilzen. Hierzulande leider noch viel zu unbekannt. Viel bekannter im asiatischen Raum. Viele dieser Pilze stammen aus China. Oder auch aus Japan.

Ich selbst habe ausgezeichnete Erfahrungen mit diesen ganz besonderen Pilzen gemacht. Und Auricularia wirkt schonend für den Gelenkknorpel. Aber nicht nur das: Dieser Pilz kann die Wirkung der Grünlippmuschel noch verstärken. Hier ist die Firma Auricularia bei vettherm.de absolut empfehlenswert.

Übrigens: Die Dosierempfehlungen auf den Packungen sind auf Hunde zugeschnitten. Aber speziellere Rezepte erfährst du bei deiner Tierheilpraktikerin mit besonders anspruchsvoller Ausbildung: Therapeutenliste des Verbandes für niedergelassene Tierheilpraktiker.

Schmerzmittel für Hunde kombiniert mit Hundephysiotherapie

Wenn du ein oder zwei, ja vielleicht drei der o.g. Mittel mit Physiotherapie kombinierst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es deinem Hund bald sehr viel besser geht! Mein Favorit ist die Kombi “Flexadin”, “Auricularia” + “Grünlippmuschel”.

Oder, wenn dein Hund unter starken Schmerzen leidet: Dann setze doch ein Medikament von deinem Tierarzt ein. Z.B. Previcox, was sich speziell bei HD bewährt hat. Und beginne, sobald die Wirkung sichtbar eingesetzt hat, mit Physiotherapie!

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

  • Schwimmtherapie (Schwimmbecken oder Unterwasserlaufband)
  • Therapie-Laufband
  • Elektrotherapie
  • Therapeutischer Ultraschall
  • Magnetfeldtherapie
  • Bewegungstraining
  • Lasertherapie

Doch diese Liste ist nicht vollständig!

Mit den o.g. Therapien ist es möglich, Schmerzen zu lindern und zum Teil auch Muskulatur aufzubauen. Gerade Schwimmtherapie ist hier eine geniale Kombi: Dein Hund bewegt sich, baut Muskulatur auf und seine Gelenke müssen aber nicht sein reguläres Gewicht tragen.

Wenn du jemanden in der Nähe hast, der diese besondere Art der Physiotherapie anbietet, dann achte bitte darauf, dass derjenige auch mit deinem Hund ins Wasser geht. So kann dein Hund besser unterstützt werden. Ideal ist Abwechslung im Training: Mal darf dein Hund einem Spielzeug begeistert hinterher schwimmen und mal hat er die Aufgabe, ein paar Kreise zu schwimmen. Oder Achten. Z.B.

Als Alternative ist natürlich auch ein Unterwasserlaufband oder ein spezielles Therapie-Laufband für den Muskelaufbau sehr gut geeignet. Und Kombis sind hier auch empfehlenswert: Z.B. Elektrotherapie (AmpliVet) und Bewegung. Oder ein Therapie-Laufband und Lasertherapie. Das ist einfach unschlagbar!

Therapeuten findest du hier.

Schmerzmittel für Hunde: Was für Alternativen gibt es noch?

Igitt: Blutegel??

Jetzt wird’s speziell… Manche würden sagen “eklig”. Es geht um Blutegel!! Genauer gesagt: Um medizinische Blutegel. Die werden ausschließlich für medizinische Zwecke gezüchtet. Und kommen nur ein einziges Mal zum Einsatz!

Oder es sind Blutegel, die schon längere Zeit in steriler Umgebung gehalten werden. Und kommen zu gegebener Zeit dann auch zum Einsatz. Und danach nicht mehr.

Ja, und das macht die ganze Sache etwas heikel. Denn der Therapeut muss die Blutegel töten. Schließlich dürfen sie kein zweites Mal eingesetzt werden. Wie macht er das? Nun, in der Regel werden Blutegel einfach eingefroren.

Warum überhaupt Blutegel? Sind die nicht von gestern?

Diese Therapieform ist, zugegebenermaßen, recht gewöhnungsbedürftig. Doch in vielen Fällen wirksam. Denn im Speichel der Blutegel befinden sich entzündungshemmende Stoffe.

Außerdem verliert der Patient – kontrolliert – Blut. Und sein Organismus muss neues Blut bilden. Dieses neue Blut besteht noch aus elastischeren Blutkörperchen. Sie gelangen besser in feinste Blutgefäße. Und sorgen so für eine bessere Durchblutung.

Manche Tiere sollten bereits eingeschläfert werden. Und eine Blutegeltherapie hat ihr Leben um Monate, wenn nicht um Jahre verlängert.

Viele gute Tierheilpraktikerinnen können so eine Therapie für deinen Hund anbieten. Hundephysiotherapeuten zum Teil auch. Ob eine Blutegeltherapie für deinen Hund Sinn macht oder ob sie eher nicht empfehlenswert ist (z.B. bei bestimmten Medikamenten), erfährst du vorab.

Leider sind Blutegel in Verruf geraten. Denn früher griff man aus Unkenntnis bei nahezu jedem Gesundheitsproblem zu Aderlass und Blutegeln. Auch, wenn die Patienten bereits massiv geschwächt waren. Wie umfassend die Unkenntnis war, zeigt folgendes Beispiel: Einer Patientin, bei der ihre Periode ausblieb, wurden etwa 10 Blutegel an der Scheide angesetzt… Ohne Worte!

Für den Bewegungsapparat können die kleinen Helfer jedoch oftmals für kleine und große Wunder sorgen. Wie heißt es so schön: Versuch macht “kluch”!

Und was solltest du deinem Hund auf gar keinen Fall als Schmerzmittel geben?

Schmerzmittel, die für Menschen hergestellt worden sind! Bei Ibuprofen und Diclofenac kann es schon bei kleinen Mengen zu Vergiftungserscheinungen kommen. Und Paracetamol wirkt stark leberschädigend. Also unbedingt Hände weg von diesen Mitteln!

Schmerzmittel für Hunde: Fazit

Ich bin Tierheilpraktikerin und versuche, den Hund in vielen Fällen erstmal mit sanfteren Mitteln zu behandeln. Wenn es möglich ist. Wenn es um Leben und Tod geht, gehört der Hund natürlich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik. Und wenn er stark leidet, macht ein Schmerzmittel absolut Sinn. Um dann parallel mit anderen Mitteln zu unterstützen.

Und natürlich ist auch das Alter zu bedenken. Ist dein Hund vielleicht 8 oder 10 Jahre alt, so dass er meist noch eine Reihe von Jahren vor sich hat? Oder ist er vielleicht schon 14 oder 15 oder vielleicht sogar 16 Jahre alt? All das gilt es abzuwägen.

Was mich allerdings für die Recherche dieses Artikels geschockt hat: Über 800 Suchanfragen bei Google gibt es monatlich rund um den Themen “Arthrose”, “HD” oder “Hund hinkt” und “Hund einschläfern”. Vereinzelt mag das Sinn machen.

Aber im Großen und Ganzen kannst du noch so viel machen und deinem Hund effektiv helfen. Für mehr Lebensfreude! Und mehr Lebensqualität. Für ihn. Und natürlich auch für dich!

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gaby engelbart

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